Reisebericht Tanja & Berend, Februar 2018

 

Südafrika – ein Land mit vielen Gesichtern

 

Teil I „Kapstadt“

 
PHILIPPI_Kapstadt

 

 
Unsere mehr als 4-wöchige Reise führte uns zuerst nach Kapstadt und dann einmal quer durchs Land entlang der legendären Garden Route.
 
Es gibt 2 Gründe nicht nach Kapstadt zu fahren: Zum einen falls man etwas abnehmen will und zum anderen, wenn man hier das „echte“ Afrika erwartet. Kapstadt ist eine hippe Metropole mit einem wahnsinnig vielfältigen Angebot an jeglichen Unternehmungen, sehr gutem Essen, Kultur und moderner Kunst.
 
Fast alle Besucher zieht es automatisch zuerst an die Victoria & Alfred Waterfront, das restaurierte Werftviertel. Hier ist für jeden etwas dabei, von der exklusiven Shoppingmal über tolle Restaurants und Livemusik, bis hin zu einem Riesenrad. Unsere Essensempfehlung ist auf alle Fälle der V & A Food Market, die Auswahl an verschiedenen Leckereien ist einfach wunderbar.
 
Wer sich für das Meer und seine Einwohner interessiert, auch das Two Oceans Aquarium liegt hier gleich um die Ecke. Nebenbei gehen direkt davor die roten CitySightseeing-Busse an den Start, absolut super diese Einrichtung. Der Bus ist für alle Kapstadt-Neulinge quasi ein Muss. Alle Sehenswürdigkeiten der Stadt bis hin zum Tafelberg werden abgefahren. Man kann an über 30 „Hop On – Hop Off“-Haltestellen aussteigen und im Laufe eines Tages einfach dann ganz nach Bedarf mit dem nächst beliebigen Bus wieder weiter fahren. Über einen Kopfhörer bekommt man alle nötigen Informationen, natürlich auch in deutscher Sprache. Ein kleiner Tipp dazu, am schönsten ist natürlich ein Sitzplatz auf dem Dach. Aber je nach Wetterlage bitte Sonnencreme nicht vergessen und am besten auch immer eine Kopfbedeckung dabei haben.
 
Auf der anderen Seite der Waterfront befindet sich hinter dem Landungssteg der Clock Tower – das älteste Gebäude des Werftviertels. Gleich gegenüber ist die Touristeninfo angesiedelt, wo auch die die Fähre zu der Insel Robben Island ablegt. Dort steht noch das ehemalige Gefängnis von Nelson Mandela.
 
Geht man an der Touristinfo vorbei und hält sich nach der großen Steintreppe rechts, befindet sich nach einigen Metern schon das größte Museum für zeitgenössische afrikanische Kunst. Das Zeitz Mocaa wurde im Herbst 2017 eröffnet und ist nicht nur wirklich einen Besuch wert, sondern für Kunstinteressierte ein echtes Highlight.
 
Hat man das Hafenviertel in all seiner Vielfältigkeit erkundet, lohnt sich auch ein Besuch des Trendviertels Woodstock. In restaurierten alten Fabrikgebäuden hat sich hier eine etwas andere Einkaufswelt entwickelt. In der Old Biscuit Mill findet man absolute Gegensätze in wunderbarer Eintracht verbunden: Designläden jeglicher Art in direkter Nachbarschaft zum afrikanischen Handwerk und alles zum Thema Upcycling kombiniert mit Trödel sowie echten Antiquitäten. Wer es einrichten kann, sollte seinen Ausflugstag hierher auf einen Samstag legen, denn gleich gegenüber findet dann der wöchentliche Neighbourgoods Market statt. Ein Hammer an kulinarischen Genüssen, hier hätten wir alleine eine Woche zum Essen bleiben können. Passend zum Thema gibt es noch eine weitere Besonderheit direkt vor Ort, wer schon immer mal eines der 50 besten Restaurants der Welt besuchen wollte, kann auch das hier tun. Wir haben leider nicht selbst dort gegessen, aber „The Test Kitchen“ muss nach Erzählungen unserer Freunde vor Ort wirklich ein absolutes Erlebnis sein und allein die Räumlichkeiten waren schon sehr interessant anzusehen. Ganz wichtig ist allerdings die frühzeitige Vorbestellung und das gilt auch für ein weiteres Highlight-Restaurant in Woodstock – das Stardust. Zwar geht man dort auch zum Essen hin, allerdings liegt der Schwerpunkt mehr auf der Bedienung. Alles ist eingebunden in eine Show mit ausgewählten Nachwuchstalenten aus dem Bereich Gesang und Tanz.
 
Um Musik kommt man in Kapstadt so oder so nicht herum, fast an jedem Platz mit schönen Sitzmöglichkeiten ist Livemusik zu hören. Für uns ein absolutes Highlight war dabei ein Konzert im Rahmen der Sommerset Festivals. Die Traumhafte Kulisse des Botanischen Gartens direkt unter dem Tafelberg, kombiniert mit guter Musik – was kann es schöneres geben.
 
Für die sportlich interessierten startet im Botanischen Garten auch eine der beliebtesten Wanderrouten quer über den Tafelberg. Ein nicht gerade einfacher und bequemer Aufstieg wird allerdings belohnt durch einen tollen Ausblick und man ist quasi fast alleine unterwegs. Unbedingt einiges an Wasservorräten einpacken, denn außer ein paar wenigen anderen Wanderwütigen, begegnet man dann erst mal für einige Stunden niemanden auf dieser Tour. Wenn man sich den Abstieg ersparen will, besteht am anderen Ende des Tafelbergs die Möglichkeit mit der Seilbahn nach unten zu gelangen.
 
Abschließend noch eine kleine und wir finden sehr beruhigende Geschichte zum Thema Gesundheit. Natürlich wünscht sich keiner, im Urlaub krank zu werden, aber uns ist es passiert. Von daher können wir aus eigener Erfahrung berichten: Auch eine dringend benötigte Zahn-OP ist heutzutage in Südafrika keine große Sache mehr. Innerhalb von kürzester Zeit werden die Röntgenbilder einfach aus Deutschland nach Kapstadt geschickt. An dieser Stelle nochmal ein dickes „Danke schön“ an unsere tollen Zahnärzte auf beiden Kontinenten!