Bus

Wir, die Familie Philippi, melden uns mal persönlich bei Ihnen, unseren Kunden, um einen kleinen Rückblick der letzten Monate aus unserer Sicht zu geben:

 

Wir wollten Sie in den letzten Monaten nicht mit negativen Informationen belasten, denn wir wissen, dass jeder irgendwie von der Krise betroffen ist. Sei es mit Kurzarbeit, Homeoffice mit Kind und Kegel, getrennte Familien, nicht nur häuslich, denn beispielsweise auch in unserem guten Freundeskreis liegt auch mal ein ganzes Land oder ein Kontinent dazwischen, die Sorge Mitarbeiter nicht halten zu können oder selbst um den Job zu bangen. Jeder ist irgendwie betroffen. Wir natürlich auch.

Jedoch haben wir von Anfang an so viel Zuspruch, liebe Worte, die Mut machen, Gutscheinkäufe und generell großes Interesse für unsere Touristikbranche in der Krise von Ihnen erfahren. Daher möchten wir nun einmal kurz berichten, was eigentlich hinter den Kulissen vor sich geht.

 

Was in den Reisebüros in Alsfeld und Lauterbach los ist, kann sich sicher jeder selbst vorstellen. Rückabwicklungen waren und sind die täglichen Aufgaben. Neubuchungen fast keine. Nichtsdestotrotz freuen sich aber die Mitarbeiter auch über die wenigen Buchungen von Hotels und Ferienwohnungen in Deutschland. Erst jetzt merkt man, wie wichtig es ist das eigene Land zu kennen und den Kunden den einen oder anderen Geheimtipp geben zu können.

 

In unserem Hauptstandort Groß-Eichen werden überwiegend die Reisen mit dem Bus erstellt.

Ob Vereinsfahrten, Betriebsausflüge, Katalogreisen, Veranstaltungen, Schulausflüge oder Familienfeste. Der Bus dient hier der sicheren und umweltbewussten Fortbewegung. Damit dies auch so bleibt, haben wir mit unserem Verband und einigen unseren Marktbegleitern seit März wöchentliche Videokonferenzen abgehalten, um uns zu helfen und Gehör zu verschaffen. Gespräche mit hochrangigen Politikern waren an der Tagesordnung. Für die Belange im Vogelsberg haben wir mit unserem Landrat Herrn Görig und Herrn Dr. Mischak gesprochen, für unsere Sorgen in Hessen haben wir uns an Herrn Al-Wazir, Frau Faeser und Frau Stark-Watzinger gewendet und auf Bundesebene haben wir mit Herrn Dr. Braun, Herrn Altmaier und Herrn Scheuer diskutiert, um nur ein paar zu nennen. Warum haben wir dies gemacht und warum sind wir der Meinung, dass die Busbranche schnelle Hilfe verdient?

Die Reisebranche wird schon seit längerem sehr unterschiedlich behandelt. Unter anderem in der Besteuerung. Da wir im Wettbewerb mit der Bahn und den Fliegern stehen, ist es nur fair, wenn der Bus als sicherstes und umweltfreundlichstes Verkehrsmittel die gleichen Steuern zahlt. Weiterhin wurde der Bahn, als auch den Fliegern kein wirkliches Verbot ausgesprochen und hier im Gegensatz die Busunternehmen komplett stillgelegt. Zu guter Letzt mussten sich alle Unternehmen mit den verschiedenen Regeln der Bundesländer auseinandersetzen. Dies machte eine Reise mit dem Bus bis 20.06. unmöglich. Und jetzt, da es wieder erlaubt ist, ist die Verunsicherung vieler Kunden spürbar und lässt unser Geschäft nur sehr langsam und verhalten wieder starten. Die gesamte Branche rechnet in diesem Jahr mit einem Rückgang von über 80 %.

Uns war es wichtig, dass die vielen Unternehmen mit den 240.000 direkten und indirekten Beschäftigten nicht vergessen werden. Der Lufthansa wurden 9.000.000.000 € bei knapp 90.000 Mitarbeitern und der Bahn 10.000.000.000 € bei knapp 200.000 Mitarbeitern versprochen. Die Busbranche wurde bis zu unserer letzten Demo nicht bedacht. Erst mit über 1.000 Bussen in Berlin am 17.06. haben wir für unsere Branche etwas erreicht. Immerhin hat Herr Scheuer seine versprochenen rund 170.000.000 € für alle Busunternehmen in Deutschland nun bestätigt. Dies ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin etwas. Die meisten guten Busunternehmen investieren stetig in klimafreundliche und sichere Busse, welche ab dem 16.03.20 von der Regierung stillgelegt wurden. Die Rückzahlungen an die Kunden und die gezahlten Vorleistungen an Hotels, Veranstalter und andere Leistungsgeber, haben in einer rasanten Geschwindigkeit viele vor eine nicht lösbare Aufgabe gestellt. Uns und allen anderen Busunternehmen ist es wichtig, dass wir nicht um Almosen betteln, sondern in dieser extremen Krise nicht von der Bildfläche verschwinden.

Unser großes Glück ist, dass wir neben den Reisebüros und unserem Busunternehmen noch ein weiteres Standbein haben. Der Linienverkehr ermöglicht uns derzeit unsere Fahrer zu halten und unsere Verluste im Reisegeschäft etwas aufzufangen. Dieses Glück haben aber nicht alle Mitbewerber. Natürlich gab es im Linienverkehr auch Einschränkungen, aber die Busse fahren seit 20.04. zu 80 % wieder. Und in den ersten Wochen Stillstand haben alle gemerkt, wie wichtig gerade auch bei uns im ländlichen Raum der Linienverkehr ist.

 

Ein großer Dank geht an alle unsere tollen Mitarbeiter*innen, die mit uns durch dick und dünn gehen. Die sehr solidarisch waren und immer noch sind.
 
Die Reisebüromitarbeiter*innen in Alsfeld und Lauterbach, die durch die Pleite von Thomas Cook leider schon mit Sorgen das letzte Jahr beenden mussten und dann ab März nur mit Negativ-Bearbeitungen wie Stornierungen und Umbuchungen beschäftigt waren – das frustet. Haltet durch!
 
– Die Reinigungskräfte, die zurzeit noch wichtiger sind wie normalerweise.
 
– Die Reisefahrer, die im März aus ihrem verdienten Winterdienst gestärkt wieder in die Reisesaison starten wollten.
 
– Ein großes Lob an unsere Linienfahrer*innen im Klein- und Großbus, die total flexibel und kollegial agiert haben und sehr professionell mit den neuen Hygienevorgaben umgehen.
 
– Die Mitarbeiter bei uns in Groß-Eichen und in der Niederlassung Lauterbach, die sich um unsere Buchhaltung, Reiseplanung, Werbung, Marketing, Disposition und Werkstatt kümmern. Die ein sensationelles Jahr vor sich hatten mit tollen Aktionen, Feierlichkeiten und so einigem mehr und leider voll ausgebremst wurden.
 
Ihr Lieben, wir sagen DANKE!

 

Jetzt geht aber auch noch ein herzliches Dankeschön an Sie, unsere Kunden!
 
Ihre lieben Worte, das Verständnis und Vertrauen zeigen uns, dass wir doch einiges in den letzten 85 Jahren richtig gemacht haben.
 
85 Jahre Firmengeschichte und über 100.000 Reisegäste im Jahr stehen für PHILIPPI REISEN. Drei Generationen haben bereits unglaublich viel gesehen, erlebt und erfahren und wir möchten weiterhin mit Ihnen die wertvollste Zeit im Jahr, den Urlaub, verbringen. Unsere firmeneigene Flotte bietet Sicherheit und hohen Komfort, die auch das Gütesiegel der Gütegemeinschaft Buskomfort e.V. tragen. Als Familienunternehmen wissen wir, wie schön es ist gemeinsam auf Reisen zu gehen und die Welt zu erkunden. Per Bus neue Städte und Regionen zu entdecken, ist nicht nur stressfreier, sondern auch nachhaltiger, als die Eigenanreise mit dem Auto. Der Bus ist die nachhaltigste Art des Reisens. Er kann zwar nicht alleine das Klima retten, aber er zeigt uns Wege aus dem globalen Treibhaus.

 

Wir rollen wieder und werden alles Mögliche tun, um Ihren Urlaub zu einem wunderbaren Erlebnis zu machen. Denn unser Anspruch ist nach wie vor: Urlaub ist die schönste Zeit im Jahr.

Gemeinsam schaffen wir diese Krise. Ganz sicher!!!

 

Bleiben Sie zuversichtlich – wir bleiben es auch!

 

Herzliche Grüße von Ihrer Familie Philippi

Marlen, Mark, Mia und Merle, Hannelore und Gerd

 

 

 

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